Gutmensch

Wir leben in einer Zeit, in der „Gutmensch“ zu einem Schimpfwort mutiert ist. Wie kommt das? Was sind unsere Optionen?

Wo will ich mich einsortieren? „Gutmensch“, „Bösmensch“, Bisschen-Bös-Bisschen-Gut-Mensch“?

Nutzung des Begriffs „Gutmensch“

Der Begriff „Gutmensch“ wird meist dann ins Feld geworfen, wenn es darum geht, die eigene Meinung zu rechtfertigen, die man selber offenbar in Frage stellt. Ansonsten fühlte man sich doch nicht genötigt, von sich abzulenken. Vielleicht verletzt die Meinung die gesellschaftlichen Normen oder die universellen Werte. Es findet sich dann oft etwas wie „Die Gutmenschen werden da wieder anderer Meinung sein.“.

Was ist so schwer daran, eine Meinung zu vertreten und auch zu äußern, die nicht konform ist? Was hält und davon ab, innerlich friedlich dazu zu stehen? Es gibt schließlich einen Grund, wieso wir diese Meinung haben.

Gut oder Böse?

Shakespeare hat einmal gesagt:

An sich ist nichts weder gut noch böse, das Denken macht es erst dazu.

— William Shakespeare (1564 – 1616) Dramatiker, Schauspieler

Der moralische Zeigefinger ist also eine Frage des Denkens, eines Urteils. Wer jedoch legt das Maß fest, was Gut und was Böse ist?

Andere Zeiten, andere Sitten

Diebstahl ist verboten und, darüber herrscht vermutlich weitgehend Einigkeit, es ist nicht schön, bestohlen zu werden. Es wird also als Böse beurteilt.

Was ist aber mit Robin Hood? Er wird als Held bezeichnet, weil er die Reichen bestiehlt und es (nach Abzug eines Eigenanteils) den Armen schenkt. Ist in diesem Fall Diebstahl Gut? Wo verläuft die Grenze?

In der Zeit der Piraten wurden diese ebenfalls oft als Helden verehrt, weil sie sich der herrschenden Gesellschaft nicht unterordneten. Sie haben geraubt, gemordet, evtl. vergewaltigt. Viele lieben Piratenfilme, verehren Störtebekers Kollegen. Was ist mit den heutigen Piraten z.B. in Somalia? Wessen Taten sind nun Gut, welche Böse?

Bonnie & Clyde, die Panzerknacker, Ronald Biggs…

Steuerhinterziehung, Bankraub, Spionage, James Bond, die Lizenz zum Töten…

Wir neigen zu Uneinigkeit. Nicht nur in der Diskussion mit Anderen. Selbst in unserem Innern, in der Findung der eigenen Meinung.

Inneres Gericht

Wir haben in uns einen Gerichtssaal, in dem dauernd verurteilt und freigesprochen wird. Die Gesetzesgrundlage ist in aller Regel nicht eine gemeinsame, allgemeingültige, sondern eine ganz individuelle, aus dem Leben und den Erfahrungen gewonnene.

Ziel des Gerichtes

Wir wollen ein „ordentliches“ und aufrichtiges Leben führen. Und wir wollen Leiden vermeiden. Das Urteilen verursacht jedoch Zwiespalt und Leid, da das innewohnende Problem nicht gelöst werden kann. Das Gericht versucht, Gerechtigkeit herzustellen. Also die Gerechtigkeit, die ich als gerecht empfinde. Wenn Andere das anders sehen, muss mit diesen Anderen etwas nicht stimmen. So einfach ist es natürlich nicht. Aber wie löse ist das Problem?

Eine mögliche Herangehensweise

Eine ursächliche Lösung kann erreicht werden, wenn die Fähigkeit der Unterscheidungskraft (viveka) entwickelt wird. Die Unterscheidung zwischen dem, was real und dem was scheinbar real ist. Dafür ist es sinnvoll, die universellen Werte zu kennen und zu befolgen, um weitere Konflikte zu verringern.

Ein Weg dorthin ist die Beschäftigung mit Yoga, da Yoga mehr als nur ein körperliches Fitnesssystem ist. Es handelt sich um ein altes, umfassendes philosophisches System, das zum Ziel hat, den inneren Zwiespalt zu beenden. Yoga bedeutet „Einheit und Harmonie“. Auf dem Weg, diese zu erlangen, erreichen wir u.a. die nötige Unterscheidungskraft.

Yoga bei ichNatur

Yoga bietet den Suchenden verschiedene Wege, das Ziel zu erreichen. Wir unterrichten integralen Yoga, also die Kombination verschiedener Wege. Das hat den Vorteil, dass Du erkennen wirst, welcher Weg für Dich der Richtige ist, denn das kann sich individuell unterscheiden. Informiere Dich weiter…

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